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Warum schreibt schon wieder jemand in seiner Biografie über seine Depressionen? Wen interessiert das noch? Gibt es nicht schon genügend Bücher über diese oder ähnliche psychische Störungen? Haben nicht schon genügend geistig Kranke ihr Erlebtes zu Papier gebracht? Gibt es nicht schon ausreichend Fachliteratur zu diesem Thema? Sie fragen sich das zu Recht. Natürlich trifft das alles zu, und dennoch stellt dieses Buch in gewisser Hinsicht eine Ausnahme dar. Ich, der Verfasser dieser Zeilen, bin nämlich sowohl Patient als auch Arzt in einer Person. Damit bekommen Sie als Leser andere, seltene, krankheitsrelevante Einblicke und können sich dadurch vielleicht eher ein Bild von einer psychischen Massenerkrankung machen, die zugleich quälend und faszinierend ist.
Natürlich sind die folgenden Zeilen stark subjektiv gefärbt. Meine Lebenspartnerin, mein Psychiater, meine Verwandten, mein langjähriger Chef und meine Freunde würden wahrscheinlich so manches anders sehen und anders deuten. Ich möchte Sie als Leser aber genau in diese – meine subjektive – Gefühlswelt entführen. Ich möchte Sie einladen, meine Gedanken zu verstehen und nachzuempfinden. Vielleicht kann ich so dazu beitragen, Betroffenen Mut zu machen und das Wissen über diese psychische Störung auszubauen. Ich war bemüht, das Dilemma, in dem sich die Psychiatrie und ihre Patienten häufig befinden, aus meiner Sicht darzustellen.
Sie bekommen in dieser Autobiografie ein Gesamtbild einer 35 Jahre dauernden chronischen Erkrankung. Diese wird nicht nur aus der Sicht des Patienten, sondern auch aus dem Blickwinkel des Arztes betrachtet, um letztlich zu einem bunten Gesamtbild zu verschmelzen. Durch dieses Werk habe ich die Möglichkeit, mein Leben aufzuarbeiten und damit meine Seele von Altlasten zu befreien. Sie hingegen können dabei Blicke hinter die Kulissen der alltäglichen psychiatrischen Bühne werfen, wobei Sie sich sowohl in die Rolle des Akteurs als auch in die Rolle des Zusehers versetzen können.
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