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Was man über Depressionen wissen sollte
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Depressionen gehören zu den Gemütserkrankungen, bei denen meist eine traurige Verstimmung im Vordergrund steht. Im Gegensatz zu den Geisteskrankheiten, wie z. B. der Schizophrenie, ist der Patient in der Regel klar bei Verstand. Ja, es sind oft sogar künstlerisch sehr begabte und intelligente Menschen, die von dieser Krankheit betroffen sind. So sollen unter anderem Ernest Hemingway, Pablo Picasso, Sabrina Setlur, Brooke Shields und Leonardo DiCaprio an Depressionen gelitten haben bzw. noch daran leiden.

Die Traurigkeit der Kranken hat aber mit dem Traurigsein eines gesunden Menschen fast keine Gemeinsamkeiten. Die Patienten sind eher „herabgestimmt“, können überhaupt nichts empfinden, fühlen sich leer, tot oder ausgebrannt. Sie können weder eine „befreiende“ Trauer entwickeln und weinen noch können sie Freude oder Lust empfinden. Daher ist meist auch ihr Sexualtrieb verkümmert und ihr Appetit vermindert. Die Betroffenen sind von negativen Gedanken beseelt, die sich oft zwanghaft aufdrängen, aber zu keinem Ergebnis führen.

Sie haben oft Schuldgefühle und Versündigungsideen, die sich nicht selten bis zu wahnhaften Vorstellungen steigern können. Das Denken ist verlangsamt und dreht sich meistens nur um ein Thema, nämlich darum, wie schlecht es einem geht, wie aussichtslos die jetzige Situation und wie hoffnungslos die Zukunft ist. Das gilt nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für ihre Umgebung, z. B. für ihre Familie.

Daher können in diesen Phasen Selbstmordgedanken entstehen, die der Kranke, wenn auch selten, auf andere Familienmitglieder übertragen kann. Außerdem ist der Patient in der Krankheitsphase sehr entscheidungsschwach und hilflos. Neben der Stimmung und dem Gedankenablauf ist meist auch der Antrieb betroffen. In der Regel ist dieser vermindert. Alltagstätigkeiten, wie Körperpflege, Hausarbeit und andere Tätigkeiten, die unter normalen Umständen mühelos bewerkstelligt werden können, erfordern hier eine enorme Anstrengung. Es gibt aber auch Erscheinungsformen, bei denen der Kranke hyperaktiv ist. Meist gehen diese mit starken Angstzuständen einher. Hier besteht besondere Suizidgefahr.

Da die Krankheit häufig von schweren körperlichen Beschwerden begleitet wird, suchen Ärzte oft vergeblich nach organischen Ursachen. Die Depression dahinter wird oft nicht erkannt. Der Arzt sollte prinzipiell bei Beschwerden, die keine körperlichen Ursachen erkennen lassen, an eine solche Erkrankung denken. Fast immer besteht auch eine chronische Schlafstörung. Typisch sind Durchschlafstörungen, das heißt, der Kranke schläft am Abend zwar ein, wacht aber in der Nacht auf und kann nicht durchschlafen. Der Schlaf wird daher als nicht ausreichend und sehr oberflächlich erlebt und bringt am Morgen keine Erfrischung.

Der Morgen ist überhaupt die schlimmste Tageszeit für depressive Patienten. Da fühlen sie sich am schlechtesten. Gegen Nachmittag kann sich der Zustand bessern und am Abend relativ erträglich sein. Dieses Sich-besonders-elend-Fühlen nach dem Erwachen am Morgen nennt man das Morgentief, ein Charakteristikum der Depression.Was unterscheidet jetzt aber wirklich eine krankhafte Depression von einer physiologischen Trauer?

Die Übergänge sind sicherlich fließend. Den Unterschied zwischen Trauer und Depression kann man erkennen, wenn man als relativ wenig vom Trauerfall Betroffener an einer Beerdigung teilnimmt. Mitunter erlebt man dann, dass die nächsten Angehörigen am Grabe fast zusammenbrechen. Wenn aber eine Stunde später beim Totenmahl über das Leben des Verstorbenen gesprochen wird und vielleicht jemand eine Anekdote aus dem Leben des Toten erzählt, können die Angehörigen wieder lächeln, mitunter sogar lachen. Dies wäre schwer Depressiven nicht möglich. Sie wären nicht in der Lage, Freude oder Vergnügen zu empfinden.

Während sich Depressive meist nicht entscheiden können, erleben wir bei Trauernden, dass sie sehr wohl kurze Zeit nach dem Trauerfall – nämlich dann, wenn es um die Erbschaft geht – erstaunlich rasche und klare Entscheidungen treffen können. Einen trauernden Menschen kann man auch ablenken, einen schwer depressiven Menschen dagegen nicht. Die wichtigsten Symptome seien hier noch einmal zusammengefasst:

  • Niedergeschlagene, hoffnungslose Stimmung, morgens häufig am schlimmsten

  • Angst bzw. Reizbarkeit

  • Interessensverlust bzw. Verlust der Lebensfreude

  • Rückzug aus dem sozialen Umfeld

  • Allgemeine Verlangsamung der mentalen Aktivität

  • Unschlüssigkeit und Schwierigkeiten, klar zu denken

  • Konzentrationsschwächen und schlechtes Gedächtnis

  • Desinteresse an Kleidung und Erscheinungsbild

  • Schuldgefühle, die manchmal wahnhaft werden

  • Hypochondrie

  • Verringerung des Sexualtriebes

  • Ständige Beschäftigung mit pessimistischen Gedanken

  • Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken

  • Diverse schwere körperliche Beschwerden und Schmerzen

 



 
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